Besser arbeiten durch weniger Zeit: Wenn die Schwiegereltern spontan zu Besuch kommen

Mennewisch & Co. führt 5-Stunden-Arbeitstage ein +++ Test-Phase bis Ende des Jahres 2019 +++ Prozess-Optimierungsmaßnahmen gehen Einführung verkürzter Arbeitszeiten voraus +++ Ziel ist die Gewinnung von Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit

 

„Work expands so as to fill the time available for its completion” lautet eines der Parkinsonschen Gesetze des Schriftstellers, Historikers und Ökonomen Cyril Northcote Parkinson.1 Wenngleich dieses Gesetz grundsätzlich angenommen wurde, erfuhr Parkinson starke Kritik für die Methodik seiner mathematische Verformelungen des Sachverhalts.2 Ungeachtet der ökonometrischen Validität der von Parkison abgeleiteten Modelle trifft der Wirtschaftsklassiker das Mark der Fragestellung:

 

Wie lange muss eigentlich ein Arbeitstag sein? Wir glauben: Nicht sonderlich lang.

 

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass lange Arbeitstage nicht immer aus produktiver Tätigkeit bestehen. Zwei Stunden Kicker, eine halbe Stunde an der Kaffeemaschine und eine drei viertel Stunde Zeit für die private Steuererklärung. Ist die Zeit indes knapp, lassen sich auch tagdauernde Tätigkeit in kurzer Zeit erledigen: Man denke nur daran, wie schnell sich eine Wohnung aufräumen lässt, wenn sich die Schwiegereltern kurzfristig zu einem unerwarteten Besuch ankündigen.

Seit ein paar Jahren tauchen hier und da Publikationen auf, die genau dieses Thema adressieren.3 Ist es sinnvoll, die Arbeitszeit zu verknappen und kann man so Produktivität fördern? Das Nebenprodukt (mehr arbeitsfreie Zeit) soll Mitarbeitern ermöglichen, ihren Hobbies und Interessen nachzugehen, sich fortzubilden und so mehr Energie und Konzentration während der knappen Arbeitszeit haben. Alles zum Wohle von Kunden, Kollegen, Konzern.

Wir haben alle das Buch „The Five-Hour Workday“ von Stephan Aarstol gelesen und entschieden, diesem Arbeitszeitmodell eine Chance zu geben. Die Vorbereitung war dabei essentiell: Welche fünf Stunden arbeiten wir? Arbeiten wir alle gleichzeitig? Was machen wir mit Emails, die uns vor oder nach unserem Arbeitstag erreicht? Wie arbeiten wir effizienter? Welche Aufgaben dauern eigentlich wie lange? Wie und wo können wir Zeit sparen? Welche Prozesse müssen optimiert werden? Welche Tätigkeiten machen wir gar nicht mehr? Wie stellen wir sicher, dass trotz konzentrierter Arbeit kein nettes Miteinander verloren geht?

 

Ein Selbstversuch, gestartet am 2. September 2019. Wir werden berichten, wie es läuft. Wir sind gespannt.

 

Literatur:

1 Parkinson, C. N., 1957, Parkinson’s Law, and Other Studies in Administration, Boston: Houghton Mifflin Harcourt (1957); The Economist’s Archive

2 Pichère, P. & Probert, C. (2015): Parkinson’s Law, Master Time Management and Increase Productivity, Namur: 50Minutes.com (2015); Gutierrez, G. J. & Kouvelis, P. (1991): Parkinson’s Law and Its Implications for Project Management, in: Management Science, Vol. 37, No. 8, S. 990-1001

3 Zum Beispiel in Paper 1, Paper 2Artikel 1, Artikel 2, Artikel 3, Artikel 4, Artikel 5 oder auch in Artikel 6

Dirk Mennewisch Mennewisch & Co. GmbH

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