Hochfahren nach Corona: Eine Herausforderung für das Working Capital

Erstes Hochfahren nach dem Lockdown +++ Wiederbelebung der Wirtschaft bindet Milliarden an Working Capital +++ Sicherung der Finanzierung schafft Wettbewerbsvorteile

Seit dieser Woche (20. April 2020) treten die ersten Lockerungen im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie in Deutschland in Kraft. Die ersten Geschäfte öffnen. Für viele ist dies der erste Schritt in die nunmehr lang ersehnte Rückkehr in die Normalität.

Der erste Schritt in eine Zeit nach dem Virus.

In den letzten Wochen und Monaten haben wir das Working Capital (kurz W/C) diverser Unternehmen intensiv beobachtet. Das W/C als Differenz aus kurzfristigem Vermögen (Vorräte, Forderungen und Liquidität) und kurzfristen Verbindlichkeiten (insbesondere aus Lieferungen und Leistungen) ist quasi das Blut in den Venen des operativen Geschäftes von Unternehmen. Es finanziert das Tagesgeschäft, die Wertschöpfung und das daily business.

Corona und der dadurch resultierende Abbau des Working Capitals lässt die Wachstumsreserven der Unternehmen zusammenschmilzen

In den vergangenen Wochen, den Corona-Wochen, haben wir zunehmend beobachtet, wie das Volumen an W/C sukzessive abnimmt. Viele Unternehmen, angefangen von Großkonzernen wie die Lufthansa oder Volkswagen bis hin zum Kleinstunternehmen oder dem „Kaufmann um die Ecke“ haben in den vergangenen Wochen teilweise massive, gar existenzbedrohende Umsatzeinbrüche erlitten. Durch dies reduzierte oder ausbleibende Umsatzvolumen reduziert sich in der Konsequenz auch der Forderungsbestand dieser Unternehmen. Vorräte werden aufgrund der gesunkenen Nachfrage reduziert. Verbindlichkeiten für Lieferungen und bezogene Leistungen werden nicht weiter aufgebaut und im Idealfall durch Zahlung reduziert. Viele Unternehmen reduzieren ihre laufenden Kosten derzeit. Alles, was sich nicht schnell „abschneiden“ lässt, zehrt an den Liquiditätsreserven der Unternehmen.

Doch was passiert nun? Nun, wo es wieder los geht? Die Produktion startet wieder. Vorräte müssen eingekauft werden, binden Kapital und werden dem Produktionsprozess zugeführt. Warenlieferungen führen zu Forderungen, die nach den vereinbarten Zahlungszielen beglichen werden.

Stellschrauben zu nutzen hilft die Potenziale zum Hochfahren zu heben

Das bindet Kapital. Der post-Corona ramp-up führt zu einem working capital Anstieg, den sonst wohl nur Startups in ihren Wachstumsphasen kennen. Das Hochfahren wird Milliarden an Kapital binden. Definitiv im Vorteil sind hier Unternehmen, die mit den passenden Instrumenten versorgt sind, um dieses Wachstum bilanziell abbilden zu können:

  1. Lange Zahlungsziele bei den Lieferanten
  2. Kurze Produktionsprozesse und schnelle Zahlungsziele bei den Kunden
  3. Ausreichend Refinanzierungslinien bei den Hausbanken
  4. Bereitstehende Linien bei Factoringunternehmen und Einkaufsfinanzierern

Wir freuen uns gemeinsam mit unseren Kunden auf das Hochfahren nach Corona. Das macht uns Mut. Und es macht uns stolz, unseren Kunden bei der Rückkehr zur Normalität begleiten zu können.

Dafür sind wir da.

Dirk Mennewisch Mennewisch & Co. GmbH

    Dirk Mennewisch Mennewisch & Co. GmbH